
Am vergangenen Sonntag starteten drei junge Athletinnen der LG Welfen bei den Süddeutschen Hallenmeisterschaften in Frankfurt. Die schöne, lichtdurchflutete Leichtathletikhalle bot alles, was ein Leichtathletikherz begehrt: professionell hergerichtete Hoch-, Weit- und Stabhochsprunganlagen, eine großzügige Kugelstoß- und Wurfanlage sowie insbesondere eine lange, breite Gerade, auf der sich die zahlreichen Athletinnen und Athleten für ihre Disziplinen aufwärmen konnten.
Zunächst gingen Maxi Mendel (TV Weingarten) und Katja Hiller (TSB Ravensburg) über 60 Meter Hürden der Frauen an den Start. Mendel war hochmotiviert, da sie sich noch für die Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund qualifizieren wollte. Ein sehr gelungener Lauf, bei dem sie sich vor allem auf eine aktive Startphase konzentrierte, brachte ihr eine neue persönliche Bestzeit von 8,72 Sekunden und einen Startplatz im B-Finale ein. Nur zwei Hundertstel fehlten ihr zur B-Norm der Deutschen Meisterschaften über 60 Meter Hürden, die bei 8,70 Sekunden liegt.
Mit neuem Elan und dem festen Willen, im Start sowie zwischen den Hürden noch mehr Einsatz zu zeigen, ging sie den Endlauf an. Nach Platz zwei im Zieleinlauf wurde die Geduld der Sprinterinnen überdurchschnittlich lange auf die Probe gestellt, ehe endlich die Zeiten auf der Anzeigetafel erschienen. Mendel hatte es geschafft: Mit 8,67 Sekunden stellte sie erneut eine persönliche Bestzeit auf und erfüllte damit die B-Norm für die Deutschen Meisterschaften. Nun muss sie abwarten, ob sie tatsächlich ins Starterinnenfeld aufgenommen wird, denn nur die A-Norm von 8,45 Sekunden berechtigt zum sicheren Start. Da lediglich 24 Athletinnen zugelassen werden, kann es sein, dass nicht alle Meldungen berücksichtigt werden.
Auch Katja Hiller absolvierte ihren 60-Meter-Hürdenlauf mit Bravour. Die U20-Athletin des TSB Ravensburg hatte bereits eine Woche zuvor mit 9,07 Sekunden die Qualifikation für die Jugend-DM in Sindelfingen erreicht. In Frankfurt konnte sie sich nochmals auf 8,94 Sekunden steigern. Leider reichte diese Zeit nicht ganz aus, um sich für das B-Finale zu qualifizieren. Dennoch kann sie in zwei Wochen zuversichtlich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Sindelfingen an den Start gehen.
Die Dritte im Bunde, Pia Schmidt-Rüdt (TV Weingarten/Juniorinnenklasse), hatte sich in den vergangenen Monaten stark auf den Weitsprung fokussiert und kontinuierlich an ihrer Paradedisziplin gearbeitet. Nach drei Wettkämpfen in Folge, in denen sie die 5,70 Meter übersprang, musste sie bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften einen Rückschlag hinnehmen, da sie dort keinen stabilen Anlaufrhythmus fand. Hochkonzentriert ging sie daher in Frankfurt an den Start und erarbeitete gemeinsam mit ihrer Trainerin Waltraud Rosenfelder einen klaren Plan für die Gestaltung der Anläufe.
Bereits im ersten Versuch gelang ihr ein perfekter Absprung vom Brett, und mit 5,67 Metern führte sie den ersten Durchgang der Weitspringerinnen an. In den folgenden Versuchen setzten sich einige starke Konkurrentinnen nach und nach von ihr ab – die Beste sprang 6,25 Meter weit –, doch das Erreichen des Finales der besten Acht war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Im letzten Versuch traf Schmidt-Rüdt das Brett erneut exakt, sprang hoch hinaus und katapultierte sich auf ihre neue persönliche Bestweite von 5,84 Metern. Damit belegte sie Platz fünf bei den Süddeutschen Meisterschaften und strahlte am Ende mit Maxi Mendel um die Wette.